Tröpferlbad 2.0

Das Forschungsprojekt Tröpferlbad 2.0 entwickelte kühle Verweilmöglichkeiten im sommerlich-heißen Wien.

Das Klima hat sich in den letzten Jahrzehnten spürbar verändert. Die Alpenregion Österreich ist davon besonders betroffen. Bis zum Jahr 2050 wird die mittlere Temperatur in Österreich, bezogen auf die Periode 1971 bis 2000, um 1,4 Grad Celsius ansteigen.

Je nachdem, wie erfolgreich Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt werden, erhöht sich die Durchschnittstemperatur bis zum Ende des Jahrhunderts um 3 bis 5 Grad (BMNT, 2016). Aufgrund der baulichen Verdichtung und des hohen Versiegelungsgrades sind urbane Räume noch intensiver von diesem Trend betroffen. Bedingt durch den sogenannten Urban Heat Island-Effekt, also der Bildung von Hitzeinseln in der Stadt, steigt zukünftig die Durchschnittstemperatur in österreichischen Städten um weitere 2 Grad. (MA 22, Stadt Wien, 2015).

Kühle Oasen für hitzegeplagte Menschen in Wien

Gemeinsam mit einem interdisziplinären Konsortium und vielen weiteren Kooperationspartner*innen hat Green4Cities im Zuge des Forschungsprojekts Tröpferlbad 2.0 die „Coolspots“ entwickeln.

Im Forschungsprojekt wurden zwei Coolspot-Prototypen in Wien errichtet. Diese kühlen Oasen bieten im heißen Sommer den hitzegeplagten Wiener*innen Abkühlung mit hoher Aufenthaltsqualität. Ein Demo-Coolspot wurde gemeinsam mit der MA59, dem Bezirk Floridsdorf und weiteren Partner*innen im 21. Bezirk, auf dem Landparteienplatz des Floridsdorfer Marktes (Schlingermarkt) gebaut.

Ein weiterer Coolspot befindet sich im neu gestalteten Esterházypark im 6. Bezirk. Dieser wurde in Kooperation mit dem Bezirk Mariahilf, der MA42 sowie dem Landschaftsarchitekturbüro Carla Lo gebaut.

Es soll aber nicht bei den zwei Coolspots bleiben: Das Projektziel ist es, neben den beiden Demo-Coolspots, ein ganzheitliches Konzept für die Errichtung und Finanzierung eines stadtweiten Netzwerks an kühlen Freiräumen zu schaffen.

Konzept für Netzwerk an kühlen Freiräumen

In der ersten Phase des Smart-City Demonstrationsprojekts wurden in enger Abstimmung mit den beteiligten Akteur*innen – Stadt Wien, Gebietsbetreuung und sozialen Einrichtungen – geeignete Pilotstandorte für Prototypen identifiziert. Parallel dazu wurde durch das interdisziplinäre Konsortium und weitere Akteur*innen ein Konzept für kühlungsoptimierte Freiräume mit ganzjährig hoher Aufenthaltsqualität erarbeitet. Dieses Konzept wurde durch einen partizipativen Prozess begleitet, der darauf ausgerichtet war, die Bedürfnisse der zukünftigen Nutzer*innen bestmöglich in das Coolspot-Konzept zu integrieren.

Durch die mikroklimatische Simulation und Optimierung, die mit dem Wiener Startup GREENPASS durchgeführt wurde, konnte die Wirksamkeit der Demo-Coolspots schon in der Entwurfsphase überprüft werden, wodurch nötige Änderungen frühzeitig in das Konzept einflossen.

Gegen Ende des Forschungsprojekts, nach Bestätigung der kühlenden Wirkung durch Monitoring der Coolspots, werden in enger Abstimmung mit der Stadtplanung und allen Stakeholdern Kriterien sowie ein mehrstufiger Plan für ein flächendeckendes, wienweites Netz von Coolspots erarbeitet.

Im Rahmen des Projektes wurde auch ein Set an konventionellen und alternativen Finanzierungsmöglichkeiten für Coolspots ausgearbeitet.

Projekt-Info

Koordinierende Organisation: Green4Cities GmbH

Kooperationspartner*nnen: Stadt Wien, MA 59, Bezirk Mariahilf, Bezirk Neubau, MA 42, Carla Lo, B-NK GmbH, dieTreiber, MA 18, MA 20, MA 22, MA 25, MD-BD, ÖGUT, Rockets Holding, UIV GmbH, Wien Energie, Breathe Earth Collective, Greenpass GmbH, GB*, Klima- und Energiefonds

Kontakt:
Green4Cities GmbH
Adresse: Plenergasse 1/5, 1180 Wien
Telefon: 0676 67 00 215
E-Mail: info@troepferlbad.at

Website: www.troepferlbad.at

Das Projekt unterstützt folgendes Gesundheitsziel:

Ziel 8 : Lebensraum Stadt weiter attraktivieren, Umweltbelastungen gering halten und Bewegung fördern

Weiterführende Literatur:

Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) (2017) (Hg): Österreichische Strategie zur Anpassung an den Klimawandel

MA 22, Stadt Wien (2015) (Hg): Urban Heat Island Strategieplan Wien