Zwei Hände halten ein Herz.

Herzensbildung – Gesundheitsförderung und Stärkung der Gesundheitskompetenz von kardiologischen PatientInnen

Durch Maßnahmen und Angebote sollen Patientinnen und Patienten lernen, selbstverantwortlich mit ihren Herz-Kreislauf-Erkrankungen umzugehen, Risikofaktoren zu reduzieren und ihre Gesundheit zu stärken.

Ausgangslage

Patientinnen und Patienten erhalten innerhalb und außerhalb der Spitäler eine qualitativ hochstehende medizinische Versorgung. Aus zahlreichen Studien ist jedoch bekannt, dass bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen Maßnahmen der Gesundheitsförderung und der Sekundärprävention die Morbidität und Mortalität zusätzlich entscheidend verbessern können.

Einerseits, da bei der Entstehung und dem Verlauf von Herz-Kreislauf-Erkrankungen der persönliche Lebensstil eine wesentliche Rolle spielt. Andererseits, weil die meisten Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch einen chronisch-degenerativen Verlauf gekennzeichnet sind, bei dem ein hoher Grad an Selbstmanagement seitens der Patientinnen und Patienten gefordert ist. Zur Realisierung dieses Potenzials brauchen die Patientinnen und Patienten jedoch eine hohe Gesundheitskompetenz beziehungsweise Information, Motivation und Unterstützung, um eine solche aufzubauen.

Zielsetzung

Die direkte Zielsetzung des Projektes ist die Gesundheitskompetenz der kardiologischen Patientinnen und Patienten durch standardisierte Maßnahmen und Angebote (basierend auf Wissensvermittlung und Motivationsverstärkung) zu erhöhen. Dabei sollen Patientinnen und Patienten einen adäquaten Umgang mit der Erkrankung sowie der entsprechenden Medikamenteneinnahme für sich finden und lernen. Patientinnen und Patienten sollen befähigt werden, selbstverantwortlich mit ihrer Herz-Kreislauf-Erkrankung umzugehen und sich für Verhaltensweisen zu entscheiden, die nicht nur Risikofaktoren reduzieren, sondern auch allgemein die Gesundheit stärken (zum Beispiel verbesserte körperliche Fitness) und damit die Wahrscheinlichkeit eines Fortschreitens der kardiologischen Erkrankung  zu verringern, was wiederum zu einer Verbesserung der Lebensqualität beiträgt.

Gesundheitskompetenz stärken

„Herzensbildung“ will daher durch standardisierte Maßnahmen, die in den stationären Behandlungsablauf auf den Kardiologien integriert werden sollen, die Gesundheitskompetenz der Patientinnen und Patienten stärken. Diese Maßnahmen sind ein mehrsprachiges Aufklärungsvideo und Gruppenseminare für Patientinnen und Patienten sowie Angehörige.

Das Aufklärungsvideo stellt wesentliche Aspekte der Herz-Kreislauf-Erkrankung dar. Darauf aufbauend wurde ein Schulungskonzept entwickelt, um die Patientinnen und Patienten zu einem verbesserten Krankheitsmanagement zu befähigen. Den Patientinnen und Patienten werden spezifische Gesundheitskompetenzen vermittelt, die ein erfolgreiches Selbstmanagement und Verhaltensänderungen in Richtung eines gesundheitsförderlichen Lebensstils ermöglichen sollen. Dadurch sollen der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst und die Lebensqualität unserer Patientinnen und Patienten verbessert werden.

Verbesserung des Risikoverhaltens

Die Evaluationsergebnisse zeigen eine deutlich sichtbare Verbesserung des Risikoverhaltens der Patientinnen und Patienten bei den Faktoren Rauchen, Alkohol, Ernährung, Bewegung und Reduktion des Körpergewichts.

Ebenso ist ein Wissenszuwachs auch noch 6 Monate nach der Intervention gegeben. Besonders positiv wird die Kombination von Film und Schulung eingeschätzt, da innerhalb des Gruppenseminars genug Zeit für Fragen und Austausch besteht. Die ärztliche Vermittlung zum Schulungsangebot hat hierbei einen besonders hohen Effekt auf die tatsächliche Teilnahme der Patientinnen und Patienten an den Gruppenseminaren.

Verlängerung des Angebots

Die Verlängerung des Angebots „Herzensbildung“ im Jahr 2019 aufgrund der großen Inanspruchnahme umfasst die Weiterführung der Seminare im Sozialmedizinischen Zentrum Süd – Kaiser-Franz-Josef-Spital sowie auf der Kardiologie im Hanusch-Krankenhaus. Die Zuweisung von extramuralen Patientinnen und Patienten wurde ebenfalls durch Kooperationen mit der niedergelassenen Ärzte- und Ärztinnenschaft in der Region intensiviert. Im Weiteren wird eine Analyse der (Nicht-)Inanspruchnahme der Reha unter besonderer Berücksichtigung der Prozesse in den Kardiologien der Fondskrankenanstalten vorgenommen.

Dies ist ein Projekt der Wiener Landeszielsteuerung.

Projekt-Info

Koordinierende Organisation: Institut für Frauen- und Männergesundheit, Wiener Gebietskrankenkasse

Kontakt:
Mag. Romeo Bissuti (Institut für Frauen- und Männergesundheit/ MEN)
Telefon: +43 1 60 191-5454
E-Mail: romeo.bissuti@extern.wienkav.at

Mag.a Jana Sonnberger (WGKK)
Telefon: +43 1 60 122-2053
E-Mail: jana.sonnberger@wgkk.at

Kooperationspartner: Stadt Wien – MA24, Generaldirektion der Unternehmung Wiener Krankenanstaltenverbund, Sozialmedizinisches Zentrum Süd – Kaiser-Franz-Josef-Spital mit Gottfried von Preyer’schem Kinderspital, Hanusch Krankenhaus

Weiterführende Informationen

Ziel 3: Selbstständigkeit und Lebensqualität bis ins hohe Alter fördern und erhalten
Ziel 4: Integrierte Versorgung etablieren
Ziel 5: Gesundheitskompetenz der Wiener Bevölkerung stärken
Ziel 6: Prävention, Früherkennung und Behandlungsabläufe bei epidemiologisch relevanten Krankheiten gezielt optimieren